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Rosângela Rennó: Mad Boy Text zur Präsentation im »Denkzeichen 4. November 1989«, Leuchtkasten auf dem Berliner Alexanderplatz, 4. Mai bis 3. August 2001 RED SERIES (Military) Der Ausgangspunkt der RED SERIES (Military) ist der Typus des Bürgerporträts. Die Porträts, die der »Roten Serie« zu Grunde liegen, stammen aus einer Sammlung von Familienalben aus verschiedenen Ländern (Brasilien, USA, Deutschland, Frankreich, Rußland, Argentinien und andere), die ich von Freunden bekommen, auf Flohmärkten oder in Antiquariaten gekauft oder zum Teil sogar auf der Straße gefunden habe. Es sind alles private Fotos, auf denen einzelne Männer und Kinder in Militäruniformen oder militärisch inspirierter Kleidung zu sehen sind. Die Bilder wurden am Computer bearbeitet, um einen gewissen »Nullgrad« an Sichtbarkeit zu erreichen, so als ob sie in der satten blutroten Farbe versinken würden. Die verwendete Blutfarbe »annulliert« das Weiß und »verzögert/drückt das Bild bis an den Rand des Sehvermögens«. Mariano Navarro zufolge entsteht in der »Roten Serie« die Wirkung einer »Verdunstung des Bildes durch die Aktion, es so weit zu verdünnen, dass es fast durchsichtig wird; nur das Einfühlungsvermögen des Betrachters (seine Aufnahmebereitschaft oder Offenheit für eine gewisse Wirkung) kann dem aus den Schatten und Lichtern der Vergangenheit zu uns Aufsteigenden einen persönlichen Inhalt stiften.« In einem gewissen Sinne gibt es eine Art gemeinsamen, undurchsichtigen Hintergrund in all den Bildern, in den die verschiedenen dünnen Porträtfotos hineingeschmolzen sind. Es entsteht eine Phantasmagorie, in der die universelle männliche Eitelkeit, assoziiert mit der Verwendung der Uniform, latent mit Gewalt in Einklang tritt. Download dieses Textes (Word/Win9x)
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