Lutz Dammbeck
Biographie
Einzelausstellungen
Ausstellungsbeteiligungen
Filme und Videos
Mediencollagen
Literaturhinweis

Biographie up

1948   Lutz Dammbeck wird als Sohn der Sekretärin Gertrud Dammbeck und des Trainers für Rennpferde Walter Dammbeck in Leipzig geboren. Verbringt die Kindheit vorwiegend auf der Pferderennbahn und auf dem Tennisplatz.

1964   Besucht einen Mal- und Zeichenzirkel der Leipziger Malerin Gödel-Schütz. Dort erste Begegnung mit Kunstbänden klassischer Moderne und zeitgenössischer Literatur (Grass, Salinger etc.). Gewinnt verschiedene »DDR - Meisterschaften« der Junioren im Tennis.

1965 - 1967   Besuch der Abendakademie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.

1966   Abitur und Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Grundstudium in der Abteilung Buchgestaltung. Dann Wechsel in die Fachklasse Plakat.

1972   als Abschlussarbeit ein Drehbuch und Szenenbild für einen Trickfilm und im Gestalterteam die »Komplexgestaltung« eines Pressefestes der Leipziger Volkszeitung.

1972 - 1974   Armeedienst

1974   Kontaktaufnahme zum DEFA-Studio für Trickfilme. In der Folgezeit mehrere Filme als freiberuflicher Mitarbeiter (Autor, Zeichner, Regisseur). Zunehmend Verwendung von inszenierten Fotos, zunächst als Arbeitshilfen, dann immer mehr als eigenständige Arbeiten. Mehrere Fotoinszenierungen mit Karin Plessing und Bearbeitung der Abzüge durch Übermalungen etc.

1976   Erste Non-Camera Animationen auf Film (35mm).

1978   Mit H.H.Grimmling, Karin Plessing, G.T.Schade, Jürgen Schäfer, Günter Huniat und Frieder Heinze Erarbeitung des multimedialen und genreüberschreitenden Ausstellungskonzepts »Tangente 1 - Malerei, Tanz, Film, Musik«, das trotz vertraglicher Vereinbarungen von den staatlichen Stellen verboten wird.

1979   Erste Vernähungen von Fotoleinwand mit anderen Materialien in Bildern und Collagen. Einbeziehen von Fotos, Archivmaterial und Textzitaten in Filmkonzepte. Erste Entwürfe für Dokumentar- und Spielfilme.

1980   Geburt von Sophie, der gemeinsamen Tochter mit Karin Plessing.

1982   Beginn der Arbeit am Herakles-Konzept. Kontakt zu der Tänzerin Fine Kwiatkowski.

1983   erste Proben und Videoaufzeichnungen zu »Herakles« mit Fine Kwiatkowski im Atelier der Maler Hans Scheib und Erhard Monden in der Sredzky-Straße, Ostberlin.

seit 1983   werden die künstlerische Arbeit und das persönliche Umfeld von der Staatssicherheit der DDR unter dem Aktenzeichen »OV Herakles« beobachtet. (OV = operativer Vorgang)

1984   Nach mehrmaliger Ablehnung eines Filmprojekts »Herakles« durch verschiedene DEFA-Studios und das Kulturministerium der DDR Neufassung als Mediencollage. Erste öffentliche Aufführung im Klubhaus der Nationalen Front, Leipzig.
Mit den Malern Grimmling, Firit, Huniat, Heinze und Wegewitz Konzipierung und Realisierung des 1. Leipziger Herbstsalons.
Beteiligung mit den Malern des 1. Leipziger Herbstsalons an einer »Stifter-Ausstellung« zur Finanzierung der (von dem späteren Galeristen) Judy Lybke geplanten Leipziger Produzentengalerie »Eigen+Art«

1985   Ablehnung des zehnten Antrags seit 1975 auf Genehmigung einer Studienreise in das »nichtsozialistische Ausland - NSW«; Ausreiseantrag.

1986   Übersiedlung mit Karin und Sophie Plessing nach Hamburg.

1987   Beginn der Serie »Herakles-Notizen« (Arbeiten auf Papier).

1988   Verstärkte Hinwendung zum Dokumentarfilm, Interesse für das »Fiktive« dieses Mediums.
Erste Montagen an einem Fahndungscomputer des LKA (Landeskriminalamt) in Düsseldorf.

1990   Gründung der »Lutz Dammbeck Filmproduktion«.

1992   Weiterentwicklung des am LKA-Fahndungscomputer erarbeiteten Materials.
Recherche, Interviews und Gespräche werden neben Malerei, Fotoarbeiten und Arbeit mit neuen Medien zunehmend gleichberechtigte Stilmittel.

1994   Mitglied der Freien Akademie der Künste in Leipzig

1998   Professur und Leitung einer Projektklasse »Neue künstlerische Medien« an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

Lutz Dammbeck lebt in Hamburg.

Einzelausstellungen (Auswahl) up
1979 Galerie Wort und Werk, Leipzig (mit H. H. Grimmling)
Pablo Neruda Klub, Karl-Marx-Stadt

1980 Galerie Mitte, Dresden
1983 Kunstkabinett, Erfurt
1984 Galerie Nord, Leipzig
1985 Galerie Oben, Karl-Marx-Stadt
1988 Künstlerhaus Hamburg
1990 Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin (Realismusstudio)
1994 Galerie Atelier Sainte Anne, Brüssel
1997/98 Herakles-Konzept, Haus am Waldsee Berlin; Lindenau Museum, Altenburg; Städtische Galerie Rähnitzgasse, Dresden; Kunstverein Heidelberg
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) up
1974 1976, 1978     Internationale Plakatbiennale, Warschau
1976 1978, 1980     Junge Künstler der DDR, Frankfurt/O.
1977 Plakate 1970 - 1977, Galerie Arkade, Berlin
1977/78 VII. Kunstausstellung der DDR, Dresden
1978 Postkarten - Künstlerkarten, Galerie Arkade, Berlin
1979 Farbgrafik aus der DDR, Narodna Galerija, Ljubljana.
Internationale Plakatbiennale, Lahti

1982 Selbstbildnisse Leipziger Künstler, Museum der Bildenden Künste Leipzig.
Internationale Triennale der Handzeichnung, Nürnberg/Lausanne

1982/83 IX. Kunstausstellung der DDR, Dresden
1983 Malerei und Grafik aus der DDR, Prag und Warschau.
Erster Leipziger Herbstsalon, Messehaus am Markt, Leipzig

1985 Internationale Biennale, São Paulo (DDR-Beitrag).
Stifter-Ausstellung, Galerie Eigen + Art, Leipzig

1986 Der Hang zum Pathos, Kulturamt der Stadt Köln, Stollwerckumenta
1988 European Media Art Festival, Osnabrück.
Heiner Müller Werkschau, Werkstatt Berlin 1988 e.V., Berlin

1990 Deutsche Videokunst 1988-1990. Marl, Bonn, München, Bozen, Karlsruhe, Wiesbaden.
Die Kunst der Collage in der DDR, Cottbus, Rostock, Botropp.
Bilder aus Deutschland - Kunst der DDR, Sammlung Ludwig Oberhausen und Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln.
Ausgebürgert - Künstler aus der DDR und aus dem sowjetischen Sektor Berlins 1949/1989, Ausstellung im Albertinum zu Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

1991 ZONE D - Innenraum, Förderkreis der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst e.V., Untergrundmessehaus, Leipzig.
Bilanz - Deutsche Kunst aus Ost und West 1945-1990, Ludwig-Institut Oberhausen, Städtische Galerie Oberhausen

1992 Aufforderung zum Tanz - Aktuelle europäische Kunst aus den Sammlungen Ludwig, Oberhausen und Aachen, Städtische Galerie Oberhausen
1993 Fontanelle, Kunstspeicher Potsdam.
Übungsgelände - Europa, der Nacken des Stieres, Kulturverein Übungsgelände, Suhl

1994 da - zwischen. Positionen deutscher Kunst, Brüssel, Berlin, Gera.
The Present Order. Aktuelle Aspekte eines unabgeschlossenen Kapitels, Neuer Leipziger Kunstverein (Veranst./Hg.), Kunsthalle Elsterpark, Leipzig

1995 Westchor Ostportal, Marstall, Berlin; Rheinisches Landesmuseum, Bonn; Kunsthalle, Dresden
1996 Container 96 - Art Across the Ocean, Kopenhagen
1997 deutschlandbilder, Martin-Gropius-Bau, Berlin
1999 Das XX. Jahrhundert. Ein Jahrhundert Kunst in Deutschland, Nationalgalerie, Berlin.
Jahresringe. Kunstraum DDR 1945-1989, Apolda

Filme und Videos (Auswahl) up
als Autor, Regisseur, Gestalter/Animator, Produzent
1976 Der Mond, Animationsfilm für DEFA Studio Dresden
1979 Metamorphosen I, Experimentalfilm
Der Schneider von Ulm, Animationsfilm für DEFA Studio Babelsberg

1981 Einmart, Animationsfilm für DEFA Studio Dresden Hommage à La Sarraz, Experimentalfilm
1982 Das Luftschiff, Spielfilm, NON-Camera Animation, DEFA Studio Babelsberg
1983 Die Entdeckung, Animationsfilm für das DEFA Studio Dresden
1985 Die Flut, Animationsfilm für das DEFA Studio Dresden
1984/86 1. Leipziger Herbstsalon, Doku-Fragment
1989 Der Maler kam aus fremdem Land ..., TV-Dokumentation für SWF/WDR
1990 Herakles Höhle, Experimentalfilm für SWF
1993 Zeit der Götter, Dokumentarfilm für SWF.
Herzog Ernst, Animationsfilm für WDR/arte

1994 Der Reeperbahnmaler, TV-Dokumentation für MDR
1996 Dürers Erben, Dokumentarfilm für MDR/arte
1997 Das Meisterspiel, Dokumentarfilm für WDR

Mehrfacher Preisträger und Beteiligung mit Filmen an nationalen Filmfestivals der ehemaligen DDR und der BRD und an den internationalen Film- und Videofestivals in Berlin, Venedig, Oberhausen, München, Chicago, New York, Annecy, Brüssel, Montreal und Kairo.
Aufführungen der Mediencollagen (Auswahl) up

La Sarraz
1984 Leipzig, Klubhaus der Nationalen Front
1985 Bauhaus Dessau

Herakles
1985 Karl- Marx-Stadt, Galerie Oben.
Dresden, Internationale Musikfestspiele.
Coswig, lntermedia I.
Bauhaus Dessau

RealFilm
1986 Bauhaus Dessau.
Leipzig, Klubhaus »Junge Garde«
1987 Museum Schloss Morsbroich, Leverkusen
1988 Hamburg, Sturzbach-Kino.
Köln, Stadtgarten.
Osnabrück, European Media Art Festival
Literaturhinweis up

Lutz Dammbeck: Herakles Konzept.
Ein Arbeitsbuch
Verlag der Kunst, Dresden 1997
29 x 21cm, Hardcover, 160 Seiten mit 50 farbigen und 100 s/w-Abb.

Siehe Infoseite des Verlags (mit Bestellmöglichkeit)

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Denkzeichen 4. November 1989